19.3.2020

Corona-Krise

Shutdown – solidarisch auf Abstand

Ein Überblick lokaler und überregionaler (Hilfs-)Aktionen von Verbänden und Initiativen, den wir laufend aktualisieren.

„Im Moment ist nur Abstand Ausdruck von Fürsorge“, appellierte Angela Merkel jüngst in einer Fernsehansprache an die Bürger/innen. Gemeint ist, dass wir uns und andere am meisten unterstützen, indem wir einander achtsam begegnen. Soziale Kontakte sogar auf ein Minimum der Notwendigkeit reduzieren. Doch gerade in der Zeit der größtmöglichen Distanz zu unseren Mitmenschen braucht es ein altruistisches Gegengewicht. Die Reputation des Hamsters könnte derzeit nicht schlechter sein. Fürsorge darf mehr sein, als bloß eine postulierte Handlungsmaxime des starken Einzelnen, der aktuell seinen Jahresbedarf an Desinfektionsmittel und Einweghandschuhen übertrifft.

Im Sinne der Gemeinschaft handeln heißt, sich solidarisch zu zeigen. Und vor allem den Akteur/innen ein Gehör zu verschaffen, deren finanzielle Existenzen von den Auswirkungen der Corona-Krise am meisten bedroht sind. So versprach Kulturstaatsministerin Monika Grütters auch der Kultur- und Kreativwirtschaft mehr Unterstützung. Zu den beschlossenen Schritten gehören die Ausweitung des Kurzarbeitergeldes, Liquiditätshilfen und die Stundung von Steuerzahlungen: "Kultur ist nicht ein Luxus, den man sich in guten Zeiten gönnt, sondern wir sehen jetzt, wie sehr sie uns fehlt, wenn wir für eine gewisse Zeit auf sie verzichten müssen“, sagte Grütters in einer Pressemitteilung des Bundes.

Angesichts der Aufrufe wie #staythefuckhome und #leavenoonebehind gewinnen frei zugängliche Hilfsangebote und Online-Petitionen an Bedeutung. Denn sie können dabei helfen, dass Kultur und Kreativität nach und vor allem während des Shutdown weiter existieren. Auf Abstand zusammenhalten, sollten wir deshalb auch digital. Ein Überblick lokaler und überregionaler Hilfsaktionen von Verbänden und Initiativen, den wir laufend aktualisieren.

#dontstopcreativity

KREATIVES SACHSEN hat eine Kampagne für Freiberufler/innen und Unternehmen der Kreativwirtschaft ins Leben gerufen. Unter dem Hashtag #dontstopcreativity sammelt und veröffentlicht die Organisation auf YouTube Video-Statements von Betroffenen. Damit wirft die Kampagne ein Licht auf ausgefallene Aktionen, konkrete Hilfsangebote und kreative Geschichten. #dontstopcreativity wird unterstützt durch den Bundesverband KREATIVE DEUTSCHLAND e.V. und das Netzwerk PCI (Promoting Creative Industries). 

Startnext Corona Hilfsaktion

Mit der Corona Hilfsaktion greift Startnext Start-ups und Gründer/innen deutschlandweit unter die Arme. Die Idee: Richtlinien für Crowdfunding Projekte sollen gelockert werden. Das Unternehmen hat demnach u.a. das Alles-oder-Nichts-Prinzip ausgesetzt, was bedeutet, dass jeder Cent fortan ausgezahlt wird. 

Netzwerken mit 2gather.jetzt 

Mit 2gather.jetzt haben sich Freischaffende, Kleinunternehmer/innen und Kreativschaffende bundesweit zusammengeschlossen, um sich gegenseitig zu helfen. Auf der Plattform wollen sie sich online versammeln und bieten einen digitalen Raum für Ideen, die Corona-Krise gemeinsam zu überstehen. Ob Crowdfunding, Petitionen, Online-Aktionen oder den einfachen Austausch von Informationen: Im Fokus stehe ein Netzwerk zu schaffen, keine Spenden zu sammeln. 

Online-Petition für Kreative in Existenznot

Der Sänger David Erler hat eine Online-Petition für Freischaffende aus der Kreativszene gestartet. „Hilfen für Freiberufler und Künstler während des Corona-Shutdowns" richtet sich direkt an den Bundestag und fordert sofortige Finanzhilfen. 

Support Your Local Musician

RockCity Hamburg e.V. arbeitet an einem Ausfallfonds für Musikschaffende, der sich nur aus Spenden zusammensetze, so der Verein. 

Rettungsaktion für die Hamburger Club-Szene

„Sorry we're closed" – mit dieser Entscheidung verkündeten viele Kulturbetriebe schon vor dem Shutdown ihre vorübergehende Schließung. Ob nach der Corona-Krise jedoch wieder eröffnet werden kann, bleibt für viele unklar. Zu hoch sind die prognostizierten wirtschaftlichen Einbußen durch Besucherrückgang und ausgefallene Veranstaltungen. Das Clubkombinat Hamburg e.V. will den mehr als 185 Clubs der Stadt mit einer gemeinsamen Spendenaktion helfen. Die Spenden wolle man nach einem transparenten Verteilungs- und Berechnungsschlüssel an die Musikclubs verteilen, erklärte Geschäftsführer Thore Debor gegenüber Zeit Online und der Hamburger Morgenpost

ONE Hamburg – eine digitale Kulturbühne

Montag: Brainstorming. Dienstag: Kickoff. Mittwoch: Launch. Die Kolleg/innen von Geheimtipp Hamburg haben mit ONE Hamburg innerhalb kürzester Zeit eine Social-TV-Kanal ins Lebens gerufen. Die Idee dahinter ist so einfach wie effektiv: Wenn die Menschen aus Hamburg nicht mehr zu Kulturveranstaltungen gehen können, dann bringt man sie eben zu ihnen nach Hause – nur eben digital. Seit dem 18.3.20 können Interessierte Panels, Live-Podcasts, Konzerte, Nachrichten oder Interviews vom Sofa aus verfolgen. Die Programmacts werden jeweils auf dem Facebook-Kanal angekündigt. 

klub forward – gemeinsam zu Hause raven

Um das Clubsterben zu verhindern, ruf die Clubstiftung Hamburg am Wochenende zum digital rave auf. Per Live Stream kann somit jeder in den eigenen vier Wänden zu den Beats aus verschiedensten Hamburger Clubs tanzen. Wer möchte kann dies auf Basis einer Finanzspritze tun: Jeder Live Stream enthält einen Hinweis auf das jeweilige Spendenkonto des Clubs. Es ist aber auch möglich, allgemein die Hamburger Club-Szene zu unterstützen. Mehr Infos dazu hier

Be My Quarantine

Hinter der Soli-Aktion be my quarantine steht die Idee, einen gemeinsamen Merchverkauf aufzusetzen. Die Kunden sollen beim Bestellvorgang selbst definieren können, dass das Geld ihrem Lieblingsladen unterstützt. Ansprechpartner finden Sie hier

Podcast – Wie geht's? 

Ein Podcast des Instituts KMM an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Jede Folge wirft Martin Zierold, Leiter des Instituts, mit seinen Gästen einen Blick hinter die Türen der Kulturinstitutionen, die aktuell wegen des Corona Virus für die Öffentlichkeit verschlossen sind.

26 Tage Kulturprogramm per Live Stream

Ab dem 26.03. bis einschließlich (vorerst) 19.04. will das Team der #kulturretter täglich Kulturprogramm in die Hamburger Wohnzimmer streamen. Ob Konzert, Lesung oder Theaterstück: Die Streams werden für jeden kostenfrei zugänglich sein. Parallel dazu gibt es hier die Möglichkeit zu spenden oder Merch zu erwerben. 

Musikbotschaft verschenken mit SofaConcerts

Musik verbindet – nicht nur über digitale Streams. Das Musik Start-Up SofaConcerts bietet jetzt die Möglichkeit, neben Sofakonzerten auch persönliche Videobotschaften in Form eines Mini-Konzerts zu buchen. So geht's: Einfach Lieblingskünstler/in auswählen, Botschaft & Widmung für einen lieben Menschen überlegen und schon produzieren die Künstler/innen eine ganz individuelle Videobotschaft inklusive musikalischem Ständchen. 

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