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24.7.2018

Zukunft der Arbeit

Aufbruch im Architekturbüro

Flexibel, agil, kreativ - Unternehmen und Selbstständige verschiedener Branchen müssen im Zuge der digitalen Transformation neue Arbeitsweisen entwickeln. Gilt das auch für Kreative? Ein Interview mit Architekt und Querdenker Philipp Schürmann.

Philipp, aus deiner Berufserfahrung heraus: In welcher Hinsicht können Architektinnen und Architekten Vorreiter sein, wenn es um das Thema Kulturwandel geht?

Grundsätzlich setzt die Arbeit als Architektin oder Architekt selbstständiges Denken und Handeln voraus. Aus meiner Erfahrung sind die Hierarchien in der Regel recht flach. Dies ist schon weit verbreitet und in diesem Sinne kann man sicherlich von einem Kulturwandel sprechen. Hier halte ich Büros aus Skandinavien für gute Vorbilder. Der Wandel in der Arbeitskultur ist auch eine aktuelle Diskussion in unserer Berufsgruppe. Ich denke aber auch, dass Strukturen und Methoden zum produktiven Arbeiten stärker in Architekturbüros beachtet und implementiert werden sollten. Leider fehlt noch häufig das Wissen darüber, obwohl z.B. moderne Technologien angewendet werden, die den Arbeitsalltag verändern. Meine Hoffnung ist, dass Architektinnen und Architekten ihre kreative Vorreiterrolle und Offenheit auch für den Kulturwandel im Arbeitsalltag anwenden, was sich wiederum in der Architektur spiegeln kann.

In unserem Pop-up Office hast du eine Woche lang mit Berufstätigen aus ganz unterschiedlichen - kreativen und anderen - Geschäftsfeldern gearbeitet. Hast du währenddessen feststellen können, dass sich deine Arbeitsweise von der in anderen Branchen unterscheidet?

Ja und nein. Vieles im Büroalltag ähnelt sich natürlich branchenübergreifend. Managementtätigkeiten, E-Mails, viel Telefonieren, Besprechungen usw. gehören genauso zum Alltag einer Architektin oder eines Architekten wie ein Entwurf, die Erstellung technischer Pläne oder die Arbeit auf der Baustelle. Aber ich denke, dass das konzeptionelle und kundenorientierte Denken Architektinnen und Architekten näher liegt, da dies ein Grundstein ihrer Ausbildung und des Berufes ist. Damit geht auch ein freieres oder „kreativeres“ Arbeiten einher. Genau das wurde ja im Pop-up Office mit verschiedenen Methoden erprobt.

Was hast du von deinen Team-Kolleginnen und - Kollegen gelernt?

Offenheit und Neugierde, den Mut zu haben sich mit anderen Ideen zu beschäftigen und zu merken, dass es einen langfristigen Lerneffekt geben kann, wenn man sich zum Beispiel mit neuen Methoden auseinandersetzt. Es war auch überraschend, wie ähnlich die Herausforderungen waren, die wir in unserem Berufsalltag identifizieren konnten - trotz zum Teil sehr unterschiedlicher beruflicher Hintergründe. Ich hoffe, dass es auch in Zukunft regelmäßige Treffen geben wird, an denen die Teilnehmenden der ersten Pop-up-Office-Runden im Austausch bleiben und voneinander lernen können.

 

Philipp Schürmann arbeitet als Projektleiter bei DFZ Architekten. Zuvor war er u.a. für Spine Architects und weitere Büros in Hamburg, Bremen und Münster tätig. Er war u.a. an der Realisierung von Wohnungs- und Schulbauten sowie Umbauten, wie z.B. dem Alten Hafenamt in der Hafen City Hamburg beteiligt. 2017 kam Philipp mit seiner Vision auf uns zu, einen Raum für kreativen Austausch und gemeinsames Lernen zu schaffen. Aus einer ersten Begegnung entstand ein produktiver Austausch. Das Projekt „Pop-up Office“ kam ins Rollen. 

Über das Pop-up Office

Wie verändert sich die Arbeitswelt in unterschiedlichen Wirtschaftszweigen? Kann die Kreativwirtschaft mit ihren eigenen Arbeitskulturen eine Vorreiterin sein? Mit dem Pop-up Office haben wir ein neues Format entwickelt, das sich diesen Fragen praktisch nähert: Kreative entwickeln gemeinsam Angestellten aus Unternehmen verschiedenster Branchen und Größenordnungen neue Lösungen, wie Zusammenarbeit innerhalb von und über die Grenzen komplexer Organisationsformen hinweg gestaltet werden kann. Eine gesamte Arbeitswoche nehmen sich die Teams Zeit, um bestehende Strukturen zu reflektieren und neue Ansätze zu entwickeln. 

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