Initiativen derHamburg Kreativ Gesellschaft

Neue Studie über Kreativwirtschaft und Corona-Pandemie

Wie geht es der Kreativwirtschaft und wie wird sich die Branche entwickeln? Das Kompetenzzentrum für Kultur- und Kreativwirtschaft liefert in der Studie Prognosen und aktuelle Zahlen.

Neue Studie über Kreativwirtschaft und Corona-Pandemie -

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie hat das Kompetenzzentrums für Kultur- und Kreativwirtschaft anhand einer Szenario-Analyse die wirtschaftliche Entwicklung der Kreativwirtschaft für 2022 berechnet. 

 

Blick in die Zukunft: Zwei Szenarien für die Branche

Das Kompetenzzentrum hat zwei verschiedene Krisenverläufe für die Kreativwirtschaft im Jahre 2022 angenommen: Im ersten Szenario gibt es hohe Infektionszahlen bis Ende des ersten Quartals 2022. Das zweite Szenario beschreibt die Auswirkungen von hohen Infektionszahlen bis ins zweite Quartal 2022 hinein (bzw. erneuter Rückfall im Herbst/Winter 2022). Aus den Hochrechnungen der Szenarioanalyse ergibt sich eine Spanne von Umsatzverlusten für 2022 zwischen -1,5 % und -6,5 % gegenüber dem Vorkrisenjahr 2019.

Umsatzeinbrüche

Insgesamt liegen die Umsatzverluste der Branche für 2020 bei -15,3 Mrd. Euro. Der Rückgang hat einzelne Teilbranchen auf das Umsatzniveau von vor 2003 zurückgeworfen. Zu den besonders stark betroffenen Teilmärkten gehören u. a. der Markt für Darstellende Künste (-81 %), die Musikwirtschaft (-44 %), die Filmwirtschaft (-41 %) und der Kunstmarkt (-39 %). Mögliche Erholungsszenarien für das Jahr 2021 haben sich nicht bestätigt. Vielmehr wurde die Branche ein zweites Mal stark getroffen, wie der Umsatzeinbruch im Jahr 2021 um -6,3 % bzw. -11,0 Mrd. Euro im Vergleich zu 2019 verdeutlicht.

Langfristige Strukturveränderungen und -umbrüche

Eine der zentralsten Herausforderung in der Zukunft ist die Fachkräftesicherung. In veranstaltungsbezogenen Teilmärkten nimmt das Risiko eines Wegbruchs von Fachkräften zu. Abwanderungsbewegungen aus der Kreativwirtschaft in sichere Berufsfelder und die Zunahme der Teilzeitbeschäftigung treten laut Aussagen von Branchenverbänden im Pandemieverlauf immer mehr auf. Gleichzeitig ist zu beobachten, wie der immanente Fachkräftemangel in den Teilmärkten Architektur, Werbung und Software-/ Games-Industrie bewirkt, dass Unternehmen trotz teilweiser wirtschaftlicher Engpässe einen hohen Anreiz haben, Mitarbeiter*innen zu halten. In vielen Bereichen sind Fachkräfte sehr spezialisiert und daher nur schwer zu kompensieren (z. B. Animationsfilm, Architektur, Games-Entwicklung).

Digitaler Wandel: Neue Kompetenzen für den Arbeitsmarkt

In den Bereichen Software/Games sowie Film und TV (insbesondere visual effects VFX und Animation)  wird ein besonderer Fachkräftebedarf entstehen. Große Bedeutung kommt auch Bereichen zu, in denen sogenannte "createch skills" gefordert sind (z. B. digitaler Content, Design und Internetanwendungen). Die fortschreitende Etablierung von KI-Anwendungen sowie Web/Blockchain in der Kreativpraxis setzt zudem verstärkten Fachkräftebedarf an den Schnittstellen zur Kreativwirtschaft und Informatik voraus.

 

Mehr Informationen und die gesamte Studie gibt es hier als PDF.

Foto: Selim Sudheimer

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