Zwischenstand der Ergebnisse

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Fünf grundsätzliche Leitideen für eine dauerhafte Nutzung des Areals Veringhof 7 in Hamburg-Wilhelmsburg

Zwischenstand der Ergebnisse

Nach Auswertung von vielen Vorgesprächen, drei Ideen-Workshops und 14 öffentlichen Beiträgen beim Open Call haben sich fünf grundsätzliche Leitideen für eine dauerhafte Nutzung herausgebildet, welche die Hamburg Kreativ Gesellschaft im Rahmen der Ergebnisdiskussion am 20. Februar 2019 erstmals vorgestellt hat:

  • Music Village Wilhelmsburg
  • KUNSTWERKE
  • Kultur- und Stadtteillabor Veringhof 7
  • Internationales Vering-Institut 
  • BauKulturOrt

Ergänzt wurden diese Leitideen durch eine Präsentation der Nutzer/innen der Zinnwerke unter dem Namen "ZinnZukunft"

Kurzvorstellungen der fünf Leitideen

Hinweis: Die Entwürfe der Langfassungen der fünf Leitideen finden Sie nachfolgend im Downloadbereich auf dieser Seite. 

Music Village Wilhelmsburg

Das ehemalige Industrieareal der Zinnwerke am Veringhof 7 in Wilhelmsburg wird zu einem neuen musikalischen Hot Spot im Hamburger Süden umgenutzt. Unter dem Titel “MUSIC VILLAGE WILHELMSBURG” erfolgt dabei eine eindeutige Themensetzung “Musik”, wenngleich das Areal als multifunktionaler Ort ausgestaltet wird. Das Spektrum reicht dabei von Veranstaltungsformaten über Büro- und Workshopräume, Proberäume, Tonstudios, Handwerk, Künstlerresidenzen sowie andere besondere Formate. Verschiedene Nutzungen, Angebote und Zielgruppen sind Teil des Konzepts. Ziel und Anspruch des Konzeptes für das MUSIC VILLAGE WILHELMSBURG ist das Begegnen akuter Bedarfe und Bedürfnisse sowie das Schaffen zahlreicher Mehrwerte und Ausstrahlungseffekte für Stadtteil und die Gesamtstadt. Eine solche Kombination ist einzigartig im Hamburger Stadtgebiet und hebt sich somit deutlich von bereits bestehenden Raumangeboten wie z. B. dem Musikhaus Karostar ab.

KUNSTWERKE

Für das Industrieareal erfolgt eine Umnutzung zum Produktions- und Diskursort für darstellende und bildende Künste unter der Dachmarke “KUNSTWERKE”. Diese stellt eine Anlehnung, Weiterentwicklung und Erweiterung der aktuellen Nutzung dar und soll gleichzeitig das breite Verständnis der dort potenziell integrierten Künste symbolisieren. Verschiedene Raum- und Nutzungsangebote lassen das Areal als Ort des Experimentierens, Produzierens, Diskutierens und Präsentierens erscheinen.

Kultur- und Stadtteillabor Veringhof 7

Das Gelände am Veringhof 7 in Hamburg Wilhelmsburg wird zu einem Labor für multidisziplinäre Stadtentwicklung und zu einem Treffpunkt zwischen Kreativschaffenden und Anwohner*innen. Die bisherige Nutzung fortführend und erweiternd und in Anlehnung an die Erfahrungen z. B. des PLATZprojektes in Hannover soll auf einem Teil des Geländes ein Experimentierraum für soziale Erfahrungen und urbane Produktion entstehen, welche durch die Beteiligten in einer prozesshaften Entwicklung aktiv mitgestaltet wird. Bestandteile dieser Bottom-Up Entwicklung beschreibt Frey (2011) wie folgt: „Die soziale und kulturelle Identität und damit auch Aktivität an diesen Orten entsteht in Bottom-Up-Prozessen und damit unter Einbeziehung der Bevölkerung. Es ist ein Verstehensprozess, der die dortigen baulich-manifesten Gegebenheiten, die Nutzungen, und die künftigen Bedürfnissstrukturen von Akteure*innen und Bewohner*innen aufeinander bezieht.“ (Frey, 2011, S.175). Areal, Gebäude und Inhalte werden durch die Personen, die den Ort bespielen definiert. Die Vorgeschichte und Erfahrungen der bereits ansässigen Pionierprojekte der Zinnwerker*innen fließen in diese Entwicklung mit ein und die bestehenden Strukturen werden ausgebaut. Voraussetzungen dafür sind sowohl ein niedrigschwelliger Zugang als auch Freiraum für gemeinwohlorientierte Projekte. Die Heterogenität des Stadtteils Wilhelmsburg wird auf dem Areal und in seinen Nutzungen widergespiegelt. Funktionalitäten bzw. Bedarfe des Stadtteils werden von den Bewohner*innen und zukünftigen Nutzer*innen selbst festgelegt und alternative Raumnutzungen erprobt.

Ein Schwerpunkt liegt im Erhalt und Ausbau der bereits ansässigen Wirtschaftskraft. In einem Labor für interdisziplinäre Zusammenarbeit von nachhaltiger Produktion werden unterschiedliche Güter hergestellt und auf einer Ausstellungsfläche zum Verkauf angeboten. Es entsteht ein Brutplatz für innovative Produktion, die Hallen werden zu einem Ort für Start-ups, Handwerk und Unternehmen der Kreativwirtschaft. Synergieeffekte durch eine Heterogenität der Nutzer*innen befruchten die Entwicklung des Areals positiv und ermöglichen zudem einen niedrigschwelligen Zugang zur Kreativwirtschaft. Der Veringhof 7 wird zu einem Kulturzentrum und Begegnungsraum, Produktionsort, zu einer Innovations- Austausch- und Bildungsstätte.

Internationales Vering-Institut

Hier sollen drei Elemente zusammengebracht werden:
Die Anforderungen des Stadtteils nach spezieller Bildung und Weiterbildung. Fähigkeiten und Herausforderungen eines hohen migrantischen Anteils, einer Ferne zur klassischen Bildung, einer Multinationalität und Vielsprachigkeit. Die generellen Anforderungen an lebenslange Weiterbildung vor dem Hintergrund einer permanenten Veränderung der Anforderung an Fähigkeiten. Diese Anforderungen sollen hier befriedigt werden.

Kreativwirtschaft ist einer der Transformatoren in Innovationsprozessen. Gleichzeitig existiert fast keine prospektive Forschung in den Geistes-, Sozial-, Kultur- und Wirtschaftswissenschaften. Hier soll begonnen werden, diese Lücke zu schließen. Künstlerische Forschung befasst sich mit der Frage, ob Wissen auch mit künstlerischen Praktiken und ästhetischen Darstellungsformen jenseits naturwissenschaftlicher Methoden hervorgebracht werden kann und um welches Wissen es sich dabei handelt. Hier soll es darum gehen, diese Forschung mit den praktischen Bildungsanforderungen des Stadtteils rückzukoppeln und die Schnittstellen zur prospektiven kreativwirtschaftlichen Forschung zu befragen. 

BauKulturOrt

Ein Zentrum für Baukultur in Hamburg entsteht auf dem Areal der ehemaligen Zinnwerke in Wilhelmsburg. Das ehemalige Industriegebäude wird so zu einem Ort der Raumproduktion, der Planung in den Bereichen Architektur und Stadtplanung sowie des wissenschaftlichen Austausches über die Themenvielfalt der Baukultur. Während im Nachgang zur Gründung der Bundesstiftung Baukultur bereits einige Bundesländer eigene Strukturen auf der jeweiligen Landesebene entwickelt haben und so die lokalen Akteure und Themen zusammenbringen können, fehlt ein solches Zentrum derzeit in Hamburg.

Wilhelmsburg ist der Stadtteil in Hamburg, in dem alle Facetten der Baukultur in den vergangenen Jahren durchdekliniert und auch umgesetzt wurden. Hierfür stehen die unterschiedlichen Projekte der IBA ebenso wie die zahlreiche Bauvorhaben sowohl als Neubau und auch als Bestandssanierung. Neue Wohnviertel sind entstanden, weitere werden in großem Umfang geplant. Auch die besonderen Nischen der Baukultur, wie z. B. das Archipel und die Schaluppe haben hier ihren Ursprung. So hat sich bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass sich der Ort für das Zusammentreffen von Planen und Produktion eignet und ein hohes schöpferisches Potential für die Entwicklung und Umsetzung von neuen Raumideen auf und an dem Wasser in Wilhelmsburg vorhanden ist. Die Räumliche Nähe zur HafenCity Universität, zur Technischen Universität Hamburg-Harburg und zur Behörde für Stadtplanung und Wohnen kann den Austausch zwischen den unterschiedlichen Expert/innen erleichtern. Auch zu einigen Bereiche der Hochschule für angewandte Wissenschaften und der Hochschule für bildende Kunst gibt es thematische Überschneidungen. Bisher gibt es keinen Ort in Hamburg, an dem Planung und Produktion in dieser Weise zusammentreffen. Auch eine national besteh gibt es bisher keine räumliche Verbindung dieser Themen mit Blick auf die Besonderheiten von wachsenden Großstädten.

Zwischen Industrie und Wohnen ist bereits viel Gewerbe im Bereich der Kultur- und Kreativwirtschaft entstanden. Während im unmittelbaren Umfeld bereits kleinteilige Strukturen aus verschiedenen Bereichen der Kreativwirtschaft vorhanden sind besteht aktuell noch einen Lücke im Bereich Architektur und Stadtplanung. Ebenso fehlt auch ein Produktionsort, der die Schnittstelle zwischen Handwerk, Design und Architektur abbildet.

 

Dr. Katja Wolframm

Ansprechpartnerin

Dr. Katja Wolframm

Immobilienmanagement

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