Neuer Standort für nachhaltige Mode an der Elbchaussee

Mit der VILLA E362 erweitert die Hamburg Kreativ Gesellschaft ihre Aktivitäten im Bereich nachhaltiger Modewirtschaft.

Hamburg, 5. März 2026 – Die Hamburg Kreativ Gesellschaft entwickelt an der Elbchaussee 362 in Hamburg-Nienstedten einen neuen Standort für nachhaltige Mode. Die denkmalgeschützte Gründerzeitvilla wurde der Hamburg Kreativ Gesellschaft von Ann Kathrin Scheerer für eine kreativwirtschaftliche Nutzung überlassen. Perspektivisch sollen hier Räume für konzeptionelle Modeentwicklung, Designforschung, Residenzen und fachlichen Austausch entstehen. Der Standort trägt dazu bei, nachhaltige Modewirtschaft in Hamburg strukturell zu stärken und international sichtbarer zu machen. Schon jetzt beginnen erste kreativwirtschaftliche Zwischennutzungen; die inhaltliche Profilierung erfolgt schrittweise ab dem Sommer 2026.

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien: „Es ist ein starkes Signal für alle Kreativen in Hamburg, dass eine Villa an der Elbchaussee der Kreativwirtschaft zur Verfügung gestellt wird, um die Zukunft der Mode zu gestalten. Diese besondere Immobilie öffnet Räume für gemeinsames kreatives und nachhaltiges Arbeiten. Nachhaltigkeit entscheidet sich nicht erst in der Produktion, sondern bereits im Entwurf. Mit der VILLA E362 positionieren wir Hamburg als Stadt, die ökonomische Stärke und ökologische Verantwortung in der Modebranche zusammenbringt. Ich danke Ann Kathrin Scheerer sehr für diese tolle Initiative und das Möglichmachen.“

Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft: „Fashion ist ein Feld, in dem nachhaltiges und ressourcenschonendes Wirtschaften große Wirkung entfalten kann und muss. Die Handelsmetropole Hamburg hat das Potenzial, die Grundlagen für einen Wechsel zu schaffen. Mit der VILLA E362 schafft die Kreativ Gesellschaft einen Ort, an dem Kompetenzen und Kräfte zusammenkommen sollen, um diesen Wandel voranzutreiben. Ich danke Ann Kathrin Scheerer für diese einmalige Möglichkeit und lade alle relevanten Akteure ein, daran mitzuwirken.”

An der Elbchaussee entsteht mit der VILLA E362 ein neuer Arbeits- und Entwicklungsort für die Modebranche. Die dreigeschossige Gründerzeitvilla bietet auf mehreren Etagen unterschiedlich große Studios, die flexibel als Atelier, Büro oder Workshopraum genutzt werden können. Ergänzend stehen Räume für Wohnresidenzen sowie gemeinschaftlich nutzbare Flächen zur Verfügung, darunter ein Salon für Austauschformate, kleinere Veranstaltungen, Workshops oder Präsentationen.

Mit ersten Zwischennutzungen startet die praktische Erprobung des Standorts. Zum Auftakt nutzen das Hamburger Modelabel NYNOLIA sowie das PHŒNiX Festival des einhornkollektivs die Räume. Sie eröffnen die erste Phase der Aktivierung und testen die räumlichen und konzeptionellen Möglichkeiten im Rahmen ihrer jeweiligen Projekte.

Inhaltliche Profilierung: Zukunft der Mode

Ab dem Sommer 2026 beginnt die programmatische Ausrichtung auf die strukturelle Weiterentwicklung nachhaltiger Mode. Dabei steht die frühe Phase der Wertschöpfungskette im Fokus. Entscheidungen über Materialwahl, Gestaltung, Produktionsprozesse und Geschäftsmodelle fallen in dieser konzeptionellen Phase und beeinflussen maßgeblich Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Marktpositionierung.

Im Mittelpunkt stehen nachhaltige Materialinnovationen, kreislauffähige Design- und Produktionsstrategien, Fragen der Wertschöpfungs- und Lieferketten sowie digitale Entwurfs- und Visualisierungsmethoden. Interdisziplinäre Arbeitsweisen zwischen Design, Handwerk, Technologie und Forschung erweitern dabei die Perspektive über klassische Gestaltungsprozesse hinaus.

Die Raumvergabe erfolgt dabei bewusst zeitlich befristet und kuratiert – etwa im Rahmen von Projektphasen, Residenzen oder Stipendien –, um kontinuierlich neue Impulse und Perspektiven zu ermöglichen.

Ein international besetzter Beirat wird die programmatische Ausrichtung begleiten. Er setzt kuratorische Impulse, definiert Qualitätsstandards und stärkt die Anbindung an Hochschulen, Unternehmen und Modenetzwerke in Deutschland und Europa. Kooperationen mit Branchenverbänden, Forschungseinrichtungen und internationalen Partnerorganisationen sind vorgesehen.

Das Angebot richtet sich an Designer*innen, Labels, Materialforscher*innen, digitale Entwickler*innen sowie interdisziplinäre Kreative, die an zukunftsfähigen Formen der Mode arbeiten. Ergänzende Mentoring- und Qualifizierungsformate unterstützen die Professionalisierung und Marktfähigkeit der Projekte.

Eine Branche im Umbruch

Die Modewirtschaft ist ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. In Deutschland erzielt sie jährlich rund 28 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und sichert mehr als 600.000 Arbeitsplätze. Laut einer aktuellen Studie des Bundeszentrums Kultur- und Kreativwirtschaft (2025) steht der kreative Entwurf am Beginn der gesamten Wertschöpfungskette und beeinflusst maßgeblich Nachhaltigkeit, Materialwahl und wirtschaftliche Tragfähigkeit von Produkten.[1]

Gleichzeitig befindet sich die Branche in einem tiefgreifenden Wandel: internationalisierte Lieferketten, steigende regulatorische Anforderungen auf EU-Ebene sowie veränderte Konsumgewohnheiten erhöhen den Transformationsdruck. Ein erheblicher Teil der ökologischen und ökonomischen Weichenstellungen erfolgt bereits in der Designphase.

Vor diesem Hintergrund fokussiert Hamburg gezielt die konzeptionelle Kompetenz der Branche und stärkt damit die Grundlage für wirtschaftlich tragfähige und nachhaltige Geschäftsmodelle.

Strategischer Rahmen für nachhaltige Mode

Der neue Standort ist Teil eines übergeordneten Ansatzes zur Förderung nachhaltiger Mode in Hamburg. Bestehende Programme, Qualifizierungsangebote und Produktionsinfrastrukturen werden perspektivisch ergänzt und enger verzahnt.

Mit der VILLA E362 baut die Kreativ Gesellschaft auch auf den guten Erfahrungen auf, die sie mit dem FABRIC – Future Fashion Lab in der Hamburger Innenstadt macht. An dem urbanen Produktions- und Community-Ort werden seit zwei Jahren nachhaltige Materialien, zirkuläre Ansätze und neue Produktionsformen praxisnah erprobt. Die VILLA E362 erweitert diese Infrastruktur um die konzeptionelle und kuratorische Dimension.

Gemeinsam bilden beide Orte eine komplementäre Struktur, die die gesamte Spannbreite der Modeinnovation abdeckt – von der Idee über Prototypen bis zur Umsetzung und Marktfähigkeit. Hamburg positioniert sich damit als Standort, der nachhaltige Mode strukturell denkt – von der konzeptionellen Entwicklung über Produktion bis zur Marktfähigkeit – mit regionaler Verankerung und internationaler Perspektive.

[1] Vgl. KreativBund – Bundeszentrum Kultur- und Kreativwirtschaft (2025): Kreative Strategien für neue Märkte: Modedesign als Impulsgeber der Kultur- und Kreativwirtschaft.

Material zum Download


Hinweis: Die Nutzung des Bildmaterials ist nur unter Nennung des vollständigen Copyrights und der Hamburg Kreativ Gesellschaft gestattet. Die Angaben zum Copyright können den Dateinamen entnommen werden.

Ansprechpersonen

Passend zum Thema

Fabric Member Week: Die Zukunft der Hamburger Fashionbranche

Fabric Member Week: Die Zukunft der Hamburger Fashionbranche

Von experimenteller Streetwear über innovative Materialforschung bis zu feinem Handwerk: Diese 15 Member Brands des FABRIC – Future Fashion Lab zeigen, wie vielfältig und kreativ nachhaltige Mode sein kann.

Mehr erfahren
Mehr erfahren
Zukunft der Mode: Erste nachhaltige Kollektion im Herzen der Innenstadt entstanden

Zukunft der Mode: Erste nachhaltige Kollektion im Herzen der Innenstadt …

Für das Projekt JUPITER erhielt die Kreativ Gesellschaft beim Deutschen Städtebaupreis 2025 eine Auszeichnung in der Kategorie Sonderpreis – als eines der besten Beispiele innovativer Stadtentwicklung.

Mehr erfahren
Mehr erfahren
Historische Schule in der Seilerstraße in St. Pauli wird Zentrum für Kreative

Historische Schule in der Seilerstraße in St. Pauli wird Zentrum für Kreative

Die Hamburg Kreativ Gesellschaft mietet die denkmalgeschützte Alte Schule in der Seilerstraße 41/43 und vermietet sie künftig für kreative Nutzungen weiter.

Mehr erfahren
Mehr erfahren

Wir verwenden Cookies, um externe Inhalte anzeigen zu können. Sie können unter “Einstellungen” der Erhebung von Nutzerdaten widersprechen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Wir verwenden Cookies, um externe Inhalte anzeigen zu können. Sie können unter “Einstellungen” der Erhebung von Nutzerdaten widersprechen. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Ihre Einstellungen wurden gespeichert