Wie geht Bigpoint mit diesem Druck um?
Wir haben uns in den vergangenen Jahren neu gefunden: Wir haben unsere Prozesse gestrafft, sind in ein neues, modernes Büro gezogen und haben eine Politik der Remote-Arbeit eingeführt, um unseren Mitarbeiter*innen so viel Freiheit wie möglich zu bieten. Während wir unsere bestehenden Spiele weiterhin unterstützen und aktiv weiterentwickeln, haben wir die Notwendigkeit erkannt, unseren Horizont zu erweitern, weshalb alle unsere Kernspiele auf neuen Plattformen erscheinen werden.
Die Gamesbranche reagiert extrem schnell auf Veränderungen. Wie schafft sie das?
Indem sie neue Technologien sehr schnell aufgreift – die Gamesbranche ist auf Innovation und Kreativität aufgebaut. Als Bigpoint gegründet wurde, waren wir einer der Ersten, die an Browserspiele und das Free-to-Play-Modell glaubten, und die Branche folgte diesem Beispiel, indem sie das Free-to-Play-Modell als Industriestandard annahm. Erfolgreiche Spieleentwickler*innen stehen außerdem in engem Kontakt mit ihren Spieler*innen, was rasche Anpassungen auf der Grundlage von Feedback und Trends ermöglicht.
Trotzdem war 2023 ein schwieriges Jahr für die Spieleindustrie. Sie haben auf Ihrer LinkedIn-Seite eine traurige Statistik veröffentlicht, in der Sie Spielestudios auflisten, die Mitarbeiter*innen entlassen mussten. Wie verändert das die Branche?
Perspektivisch werden wir wahrscheinlich erleben, dass die Branche weniger Risiken eingeht und sich an bewährte Konzepte hält. Langfristig gesehen ist die wichtigere Frage aber die der globalen Wirtschaft im Allgemeinen: Wir haben die Talente, die Ideen, die Leidenschaft – also wird es immer Spiele geben. Jetzt brauchen wir die Wirtschaft, um wieder in Spiele zu investieren, um große AAA-Projekte, also die mit dem größten Entwicklungsbudget, zu schaffen und um mehr Risiken eingehen zu können.