Mind the Progress 2019: Sprung ins Ungewisse

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Mind the Progress 2019: Sprung ins Ungewisse

In der digitalen Transformation kommt der Suche nach und dem Umgang mit Vertrauen eine besondere Rolle zu. Unser Kongress Mind the Progress hat gezeigt, wie sich Vertrauenslücken überbrücken lassen, wie der Sprung ins Ungewisse möglich wird. In rund 30 Keynotes, Diskussionen, Workshops und interaktiven Breakout Sessions befassten sich die rund 300 Kongressgäste am 14. und 15. Juni 2019 im Hamburger Oberhafen mit Strategien und kreativen Denkweisen zum Verständnis von und zum Umgang mit Komplexität. 

„Unsere Gesellschaft ist dadurch gekennzeichnet, dass es die eine, traditionell gegebene Wahrheit nicht gibt", betonte Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien, in seiner Eröfnungsrede zum Kongress. "Andersartigkeit auszuhalten, Respekt vor anderen Blickwinkeln auf die Wirklichkeit zu haben, neue Perspektiven zuzulassen, Verständigung anzustreben, aber auch eine konstruktive Dissenskultur zu pflegen – all das ist im Kultur-, Kreativ- und Medienbereich tägliche Praxis. Es ist deshalb folgerichtig, dass die Hamburg Kreativ Gesellschaft einen Kongress unter dem Leitgedanken Facing Complexity ausrichtet, der nicht nur die wirtschaftlichen und technologischen, sondern auch die gesellschaftlichen und politischen Fragen unserer Zeit in den Fokus nimmt", so Brosda weiter.

In der Eröffnungs-Keynote sprach Prof. Dr. Armin Nassehi, Lehrstuhlinhaber für Soziologe an der Ludwig-Maximilians-Universität München, über den Zusammenhang von Komplexität, Gesellschaft und Digitalisierung, über unser tiefes Vertrauen in Technik und deren Fähigkeit Komplexität zu reduzieren. Die Muster, nach denen unsere Gesellschaft funktioniert, seien das „Material der Digitalisierung“. Die digitale Transformation sei nicht Ursache, sondern Antwort auf ein gesellschaftliches Bezugsproblem. 

Kreativität als Antwort auf Komplexität: In einem Gespräch mit t3n Chefredakteur Stephan Dörner sprach Antje Kruse-Schomaker, Design Principal und Studio Director bei IBM iX, über die wachsenden Anforderungen, denen ihre Disziplin in der digitalen Transformation ausgesetzt sei. Mit Blick auf gegenwärtige und künftige Entwicklungen schloss sie entschieden aus, dass neue Technologien – allen voran Künstliche Intelligenz - den grundlegenden Designprozess ersetzen könnten. 

In einem besonderen Spannungsverhältnis zu Komplexität bewegt sich die Medienbranche. Dr. Sevda Can Arslan thematisierte in einem Vortrag den Rückgang von Akzeptanz und Legitimation für klassische Medien. Der Anspruch objektiver Berichterstattung bleibe auch im Digitalen unerreichbar. Ein Ansatz für mehr Glaubwürdigkeit und Vertrauen sei konsequente Transparenz.  
Neue Ansätze, um die Wirtschaft als komplexes System zu begreifen, präsentierte Dr. Penny Mealy vom Institute for New Economic Thinking, Oxford University. Christer Windeløv-Lidzélius, Direktor der dänischen Business- und Designschule Kaospilot, vermittelte in einem interaktiven Workshop methodische Kompetenzen zur Planung und Steuerung von Projekten.

Dr. Felix Rebitschek, Projektleiter im Harding-Zentrum für Risikokompetenz am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung, näherte sich dem Kongressthema mit mathematischer Genauigkeit. Um auch in unsicheren Fahrwassern entscheidungsfähig zu bleiben, bedürfe es auch in Zeiten von Big Data der Rückbesinnung auf Erfahrungswerte. 

Zwischen der Vielzahl von Kongressen und Konferenzen positioniert sich Mind the Progress als Moment der Reflektion, des Innehaltens, Nachdenkens zur Entwicklung neuer Perspektiven – jenseits der eigenen – digitalen wie analogen – Filterblasen. Keine Frage, dass Mind the Progress 2020 in die nächste Runde gehen wird.

„Konformität ist die bequeme aber unzureichende Antwort auf die Herausforderungen, denen wir im digitalen Zeitalter gegenüberstehen. Eine Strategie gegen Konformität ist Kreativität. Mit unserem Kongress fordern wir dazu auf, den Blick zu weiten und grundsätzlich über Themen nachzudenken. Auch 2020 wird sich die Hamburg Kreativ Gesellschaft mit Mind the Progress zum Verhältnis von Kreativität und Digitalisierung positionieren“, stellt Egbert Rühl, Geschäftsführer der Hamburg Kreativ Gesellschaft, im Anschluss des Kongresses in Ausblick.

Eindrücke von unserem Kongress gewinnen Sie auf flickr.

Claudia Wondratschke

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