Der Cross Innovation Hub wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanziert.

Ergebnisoffenheit

Kreativität mit Methode – aber ohne Plan!

Technische Entwicklungen sind immer ein mächtiger Innovationstreiber der Wirtschaft gewesen und sind es noch heute. Aber zunehmend ist daneben Kreativität zu einem entscheidenden Wettbewerbsfaktor aufgestiegen, wenn Unternehmen wirklich Neues schaffen wollen. Kreativität wird inzwischen überall gefordert, aber die wenigsten Unternehmen sind sich sicher, wie sie Kreativität fördern und stimulieren können. Ideen, heißt es dann oft, Ideen – wo sollen die herkommen? Oder auch: Ideen haben wir, aber wie gehen wir damit um? Welchen Wert haben die überhaupt? Und worauf läuft das alles hinaus?

Umgang mit Unsicherheit

Bei einer Innovationsentwicklung, die wirklich Neues anstrebt, kann es nicht um den gewohnten „geordneten“ Arbeitsablauf gehen. Im Gegenteil ist in kreativen Prozessen Unvorhergesehenes besonders wertvoll. Der methodisch genutzte „Zufall“ („Serendipität“ bezeichnet die Entdeckung von etwas Brauchbarem durch weitgehend planloses Untersuchen und Beobachten) und der Mut zur Offenheit und zum Risiko spielen eine große Rolle. Der Spirit von Start-ups und wissenschaftliche Studien zeigen, dass die erfolgreiche Entwicklung von Innovationen zunehmend neue Kompetenzen braucht: Ein versierter Umgang mit Unsicherem in offenen Prozessen und freien Methoden, die Fähigkeit des „Interpretierens“, also unter anderem Kunden und Nutzer/innen besser einzuschätzen, Trends zu verstehen und Uneindeutigkeiten (Ambiguität) geschickt zu nutzen.

Treiber des Innovationsprozesses

Ein Blick über den Tellerrand kann Unternehmen verschiedenster Branchen zeigen, dass eine ganze immer relevanter werdende Wirtschaftsbranche – die Kreativwirtschaft – mit Kreativität besonders professionell umgeht und damit auch wirtschaftlich immer relevanter geworden ist. Kreative und Künstler/innen arbeiten sich als Generalist/innen methodisch in immer wieder neue Ideen, Themen und Probleme ein. Sie haben dabei Sicherheit im Umgang mit Ambiguität und Serendipität und den Blick auf größere Zusammenhänge erworben. Wendig und flexibel gehen sie damit um, dass nicht immer klar ist, wohin ein Prozess eigentlich steuert.

Wenn ein Designer einen neuen Firmenauftritt entwickelt oder eine Theaterregisseurin eine neue Inszenierung angeht, dann lassen sie sich auf einen offenen Prozess ein. Die Setzung dabei ist, dass etwas dabei herauskommen wird (ein neues Logo, eine Premiere), aber nicht, wie es genau aussehen wird. Von dieser Offenheit profitieren die Auftraggeber enorm – nicht nur bei herkömmlichen Aufträgen, sondern auch bei Beratungen und Zusammenarbeiten. Damit stimulieren die Kreativen als Treiber die Innovationsprozesse der verschiedensten Branchen von der Automobilindustrie bis zur Gesundheitswirtschaft.

Diese Kompetenzen der Kreativen können noch viel mehr genutzt werden zum Vorteil für beide Seiten – für die Kreativen, die ihren „Wert“ und ihre zukunftsfähigen Kompetenzen oft selbst noch nicht systematisch einsetzen und für die anderen Branchen, die dringend diesen Innovationsturbo brauchen.

Der vermeintliche Kostenfaktor

Denn in Deutschland waltet eine gewisse Vorsicht und so sind deutsche Unternehmen Weltmeister der inkrementellen Innovation. Ziel ihrer Innovationsentwicklungen ist es oft, großartige Produkte, für die Deutschland zu Recht in der Welt bekannt ist, immer noch etwas besser zu machen. Damit wollen sie Innovationen so planbar wie möglich machen. Wichtiger Faktor einer solchen Innovationsentwicklung ist die Kalkulierbarkeit von Personal, Geld und Zeit, die investiert werden sollen, um am Ende ein bestimmtes Ergebnis herauszubekommen.

Das Argument gegen den offenen Prozess der Kreativen ist oft der Kostenfaktor. Dabei ist eine offenere, „riskantere“ Innovationsentwicklung oft überhaupt nicht kostenintensiver: Durch das flexible, ergebnisoffene Arbeiten münden erste Ideen schnell in einfache (kostengünstige) Prototypen, mit denen frühzeitig erkannt wird, was funktionieren kann, was Nutzer wirklich brauchen oder was im Trend liegt. So werden langandauernde, kostspielige Entwicklungen vermieden, die am Ende niemand braucht. Das so Entwickelte hat die besten Chancen, am Markt tatsächlich gut zu funktionieren. Hinzu kommen dynamisierende sogenannte „Spill-over-Effekte“ der Innovationsprozesse auf Mitarbeiter/innen, Produkte und Prozesse des Unternehmens.

Der Mut zum Risiko kann Unternehmen also viel leichter fallen, wenn sie sich für den Spirit der Kreativen öffnen und mit diesen Profis der Kreativität mehr zusammenarbeiten.

Dr. Susanne Eigenmann

Ansprechpartnerin

Dr. Susanne Eigenmann

Workshops & Theorie Cross Innovation Hub

T 040-2372435-54

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