Der Cross Innovation Hub wird mit Mitteln aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) co-finanziert.

Theatrical Tools

Inszenierung ohne Grenzen

„Die ganze Welt ist Bühne“, hat Shakespeare gesagt und damit schon vor über vierhundert Jahren angesprochen, was eigentlich erst in Zeiten von Social Media so richtig relevant geworden ist: Menschen, Marken, Produkte sind bewusst gestaltet, bewusst inszeniert und „spielen ihre Rollen“ in einer zunehmend designten und medialisierten Gesellschaft. Inszenieren gehört dementsprechend zu den ganz wichtigen Kompetenzen in so unterschiedlichen Feldern wie den Künsten und im Marketing. Der Begriff „Inszenierung“ ist aus dem Theater längst eingewandert in Psychologie, Soziologie, Marketing und Design.

Wenn man unter einer Inszenierung die bewusste Gestaltung eines Prozesses in Raum und Zeit versteht, so  kann man mit dem Hamburger Professor für Theaterpädagogik Wolfgang Sting sagen, dass

„die Ästhetisierung weiter Bereiche der Lebenswelt nicht nur von Institutionen, sondern auch von Subjekten die Fähigkeit verlangt, ‚in Erscheinung zu treten‘, (sich) zu präsentieren, zu gestalten und einer Idee und Wirkungsabsicht Ausdruck zu verleihen.“

Künstler/innen inszenieren nicht nur als Regisseur/innen Theaterstücke, sie sind in verschiedensten Kontexten Meister/innen im Inszenieren von Begegnungen. Das reicht weit übers Theater hinaus in alle Kultursparten und umfasst längst nicht mehr nur die Fähigkeiten beim Zusammenbringen von Menschen an einem realen Ort wie dem Theater (Film, Games, Virtual Reality).

Live-Erlebnisse inszenieren

Im Marketing hat man sich davon bewusst wie unbewusst einiges abgeguckt, wenn die Aufmerksamkeit der Kund/innen in einem inszenierten Prozess stimuliert und gerichtet wird, um emotionalisierte Verkaufserlebnisse zu schaffen. So können inszenatorische Fähigkeiten beispielsweise im Messedesign dazu beitragen, dass Messestände als Live-Erlebnis eine Renaissance erfahren können nach Zeiten der reinen Online-Präsenzen. Aber es geht beim Inszenieren außerhalb der Kunst nicht nur ums bloße Verkaufen – im Gegenteil soll es hier ums Inszenieren von Begegnungen gehen.

Gruppenprozesse gestalten

Ein spannendes kreatives Arbeitsfeld, in dem es noch viel zu entwickeln gibt, ist das Implementieren von künstlerischen Strategien ins Gestalten von Gruppenprozessen – hier für die Innovationsentwicklung. Künstler/innen, die ihre Fähigkeiten neben ihrer künstlerischen Tätigkeit anderweitig ökonomisch einsetzen wollen, und Kreative wie Designer/innen schaffen sich damit neue Geschäftsfelder. Im Zentrum steht die Frage, wie man Gruppenprozesse mit Faktoren wie Raum- und Zeiteinsatz, Formate und Methoden, Werkzeuge und Instrumente, Mindset und Kreativität so designt, dass Menschen sich erfolgreich austauschen und zusammenarbeiten. Das scheint so einfach zu sein, wird aber doch allzu oft nicht erreicht.

Aufs Theater bezogen beschreibt Sting die Kompetenzen, die dafür gebraucht werden, so:

„Das erfordert ein sehr präzises Abstimmen, kritisches Erproben und reflektiertes Entscheiden über die einzusetzenden Mittel, also die Fähigkeit, ästhetische Mittel, Verfahren, Formate gezielt und gestaltend einzusetzen.“

Dieses Können lässt sich überraschend gut auf Prozesse in der Innovationsentwicklung anwenden, wenn branchenübergreifende Teams über Unternehmensgrenzen hinweg stimuliert  werden für gemeinsame Innovationsarbeit. Auch in unseren Formaten im Cross Innovation Hub zeigt sich immer wieder, wie essentiell ein inszeniertes Setting ist, um möglichst voraussetzungslos, offen und flexibel in diversen Teams kreativ zusammenarbeiten zu können. Theatrical Tools können Erwartungen schüren und neugierig machen, einen vertrauensvollen Kontakt zwischen Menschen herstellen und eine Atmosphäre der Durchlässigkeit schaffen, die die Beteiligten offen macht für das Neue. Den Arbeitsprozess optimieren sie im Schaffen eines gemeinsamen Verständnisses des Status Quo und der Ziele und unterstützen dabei, schnell ins Machen zu kommen und produktiv zu arbeiten mit dem, was man im Moment hat.

Im besten Fall entsteht in einem professionellen kreativen Setting ein gemeinsamer, wirklich offener Innovationsprozess, der Mut macht und Lust auf das Neue, der die „Schere im Kopf“ (Verwertbarkeit, Kosten, Zeit, Effizienz) mal ruhen lässt und sich dem Vertrauen der Kreativen öffnet, dass so ein offenes Arbeitsverfahren zu einem wichtigen Ergebnis führen wird.

Dr. Susanne Eigenmann

Ansprechpartnerin

Dr. Susanne Eigenmann

Workshops & Theorie Cross Innovation Hub

T 040-2372435-54

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