4.1.2021

Corona-Hilfen

Unsere Corona-Hilfen: Ein Rück- und Ausblick

Von der Corona-Hotline, über eine Übersicht der aktuellen Corona-Hilfen auf unserer Homepage und telefonischen Beratungsgesprächen, bis hin zur Hamburger Crowdfunding-Kampagnenförderung und dem Silberstreifen-Award: Auf ganz unterschiedlichen Wegen haben wir, die Hamburg Kreativ Gesellschaft, 2020 in der Corona-Pandemie Kreativschaffende begleitet. Mit Isabel Jansen, die den Bereich Qualifizierung und Beratung leitet, und Andreas Rautenberg, der sowohl die Labelförderung betreut als auch Ansprechpartner für Coaching und Beratung ist, blicken wir auf ein bewegtes Jahr zurück. 

 

Mehr als 340 Telefonate in zwei Monaten

Das war die erste und beeindruckende Bilanz, die das Team rund um Isabel und Andreas im Mai 2020 zog, als sie die Corona-Hotline direkt nach dem Verkünden des ersten Lockdowns gestartet haben. Isabel erinnert sich: “Die Krise war neu für uns alle und wir haben uns schnell als Ansprechpartner positioniert. Viele Kreativschaffende rufen bis heute an, weil sie das Gefühl haben, nirgendwo anders Hilfe zu bekommen. Da die Kreativwirtschaft sehr heterogen ist, passt auch nicht jedes Hilfsprogramm auf jeden Kreativen wie eine Schablone.” In der täglichen Arbeit bedeutete das, die Kreativen mit den Angeboten der Hamburg Kreativ Gesellschaft vertraut zu machen, aber auch mit externen Partnern bestmöglich vernetzen, aktuelle Informationen zu sammeln und zu Verfügung zu stellen. 

Mit Blick auf 2021 sagt Isabel: ”Die Corona-Pandemie betrifft noch viele Akteure und darauf gehen auch Förderungen wie etwa die Überbrückungshilfe III ein. Auf bundesweiter Ebene stehen wir weiterhin im Dialog mit dem Bundeswirtschaftsministerium sowie unseren Partnern des Netzwerks Promoting Creative Industries (PCI), um zu schauen, wie wir die Kreativwirtschaft stärken können.” 

Den Weg zu Förderung und Antrag finden

Neben seiner Beratung zu Selbstständigkeit und Finanzierungshilfen bietet Andreas weiterhin Hilfestellung für die vielen, diversen Corona-Hilfen an. Er gibt Orientierung, damit Kreativschaffende ihren Weg zur passenden Förderung finden. Am häufigsten wird er gefragt: “Bin ich antragsberechtigt?” Am Telefon geht er mit Hilfesuchenden die möglichen Förderungen durch: Was gibt es für Bedingungen, was trifft auf dich zu, was nicht? “Wir können Kreativschaffende bis zur Tür der Antragstellung bringen, aber dann müssen sie alleine weitergehen und die Förderungen selber einreichen.”, erklärt er.

Vier Tipps, wie die Chancen für erfolgreiche Förderungen steigen:

1. Andreas betont, wie wichtig es ist, die eigene Lage zu kennen, um die passende Förderung zu finden. Welchen formalen Status habe ich? Bin ich Student*in, bin ich Selbständige*r oder als Beauftrage*r eines Vereins? 

2. Was biete ich an? Was für ein Produkt oder Dienstleistung habe ich und für wen ist es interessant? Alle Förderer sind Personen oder Gruppen, die dieses Produkt in Anspruch nehmen könnten. Sich selber auf das einzulassen, was der Förderer oder die Institution für ein Interesse mit meinem Produkt verbindet, ist hilfreich. Wenn ich verstehe, was mein Förderer will, kann ich in Hinblick darauf auch den passenden Antrag stellen. 

3. Mutig sein und Verbindungen ziehen. Direkt betroffen, mittelbar betroffen, vermeintliche Auswirkung und Co: Oft scheinen Förderanträge eine eigene Sprache zu sprechen. Die Förderbedingungen sind häufig so formuliert, dass sie nicht alle Fälle abzudecken scheinen. Insofern sollte man sich nicht gleich abschrecken lassen, und erstmal in Ruhe das Programm auf die eigene Situation anwenden, bevor man sich entscheidet einen Antrag zu stellen oder nicht.

4. Nicht vergessen: Bei vielen Anträgen gibt es zunehmend auch eigene Hotlines, die man auf jeden Fall nutzen sollte, um Detailfragen im Antrag stellen zu können.

Isabel fasst die Tipps wie folgt zusammen: “Wir bieten Orientierung in der Informationsflut der vielen Förderungen und vermitteln unsere Expertise und unseren Blick auf die Branche. Wir kennen die Bedarfe der Kreativwirtschaft sehr gut und möchten den Weg zur Tür auch 2021 einfacher machen.”

Auszeichnungen, Vernetzung und interdisziplinäre Kollaborationen in 2020

Mit den Corona-Hilfen verfolgt Isabel vor allem ein Ziel: “Wie schon im letzten Jahr wollen wir auch 2021 gemeinsamen mit unseren Initiativen viele Programme anbieten, die den Kreativschaffenden auch in Krisenzeiten zu Gute kommen.” So hat nextMedia 2020 mit dem Fast Mover Programm Akteur*innen aus der Medien- und Digitalbranche ausgezeichnet, die mit innovativen Strategien auf die Krise reagierten. Mit der Verlagerung ihrer Angebote in den digitalen Raum, blieb Gamecity in Kontakt mit Hamburger Gamesentwickler*innen und unterstützte diese mit ihren Förderprogrammen wie der Prototypenförderung für digitale Spiele oder den Games Lift Incubator für Spielkonzepte. Mit dem Silberstreifen Award kürte designxport, kreative Antworten auf eine Welt mit und nach Corona und verdeutlichte die relevante Positionierung von Design an der Schnittstelle von gesellschaftlichen und politischen Fragen.

Das Klimaquartett, einem Kartenspiel, das Jung und Alt über die Folgen des Klimawandels informiert, gehörte zu den Preisträger*innen des Silberstreifen Awards. Fotocredit: Selim SudheimerDas Klimaquartett, einem Kartenspiel, das Jung und Alt über die Folgen des Klimawandels informiert, gehörte zu den Preisträger*innen des Silberstreifen Awards. Fotocredit: Selim Sudheimer

In diesem Kontext erklärt Andreas: “Der Ruf nach Innovation in Krisenzeiten ist dieses Jahr lauter geworden. Zusammen mit dem Cross Innovation Hub ist das Thema Innovation bei uns schon vor Corona ein wesentlicher Schwerpunkt gewesen. Durch Programme, wie die Cross Innovation Class, die wir schon seit einiger Zeit anbieten oder das diesjährige Emergency Lab, wo Kreativschaffende digitale Sofortlösungen für Unternehmen zur Krisenbewältigung entwickelten.” Mit Blick auf weitere Programme betont Andreas: “Auch nächstes Jahr bieten wir wieder einen Coach- und Expertenpool an. Da steht nicht Corona drauf, aber da begleiten wir Kreativschaffende in ihrer Arbeit und ihren aktuellen Anliegen.”

Neue Finanzierungskonzepte für Kreative

Isabel beobachtete, dass viele Kreative in der Corona-Zeit auch selber aktiv geworden sind und auf vielfältige Weise Spenden und finanzielle Unterstützung für ihre Arbeit und Projekte generierten. Mit einer Infoveranstaltung zum Thema Membership-Finanzierung und der Hamburger Crowdfunding-Kampagnenförderung übersetzte Isabel diese Beobachtung in konkrete Programme, um so noch mehr Kreativschaffende zu bestärken, neue Finanzierungskonzepte erfolgreich umzusetzen.

Mit den folgenden Angeboten bieten wir Kreativschaffenden 2021 Orientierung und Unterstützung:

  • Die Hamburger Crowdfunding-Kampagnenförderung ermutigt Hamburger Unternehmen und Unternehmer*innen, Institutionen und Vereine, in den herausfordernden Zeiten der Corona-Krise auf Crowdfunding als alternatives Finanzierungsinstrument zurückzugreifen. Mit der Förderung können Kreativleistungen für die Vorbereitung und Durchführung einer Crowdfunding-Kampagne beauftragt werden. Dadurch wird die Auftragslage der lokalen Kultur- und Kreativwirtschaft gestärkt. Eine Bewerbung ist hier möglich. 
  • (Online-)Workshops: Wie kann ich durch Weiterbildungen in der Krise meine Kompetenzen ausbauen? Vom professionellen Planen in Corona-Zeiten über die wichtigen Kompetenzen zur Auftragsakquise bis hin zum perfekten Pitchen in den verschiedensten Situationen vermitteln unsere Workshops hilfreiches Know-How und praktische Tipps, um Hard und Soft Skills zu stärken. Hier geht es zum Programm.
  • 20 aus 20 im designxport: Absolventen*innen dieses Jahrgangs mussten mit besonderen Herausforderungen umgehen und konnten mit ihren Abschlussarbeiten nicht in dem Maße sichtbar werden, wie es in anderen Jahren möglich war. Deshalb zeigt designxport die Ausstellung „20 aus 20“ - die zwanzig besten Design-Abschlussarbeiten des Jahrgangs 2020 aus Hamburg. Allerdings erst im Jahr 2021. Die Termine werden hier bekannt gegeben.
  • Weiterhin stellen wir auf unserer Homepage aktuelle Informations- und Förderangebote von Bund und Land oder speziell für einzelne Branchen zusammen.
  • Für Beratungsgespräche und Orientierung kannst du gerne Andreas via Mail oder via +49 40 879 7986 16 kontaktieren.

Solltest du in unserem Angebot etwas vermissen oder konkrete Verbesserungsvorschläge haben, freuen wir uns über deine Anregungen.

Isabel Jansen leitet den Bereich Qualifizierung und Beratung. Sie ist darüber hinaus zuständig für alle Angebote für Studierende und Absolvent*innen sowie den Themenbereich Crowdfunding.

T +49 40 8797986-28                                                    Isabel.Jansen@kreativgesellschaft.org 

Seit 2015 betreut Andreas Rautenberg die Labelförderung für die Hamburg Kreativ Gesellschaft. Außerdem ist er für den Coach- und Expertenpool sowie Beratungen  zuständig.

T +49 40 879 7986 16                                     Andreas.Rautenberg@kreativgesellschaft.org

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