23.11.2018

Jan ‘n June

Nachhaltig – mit Stil

Limonengelb, Millennial Lilac, Electric Blue – geht es nach den Gründerinnen von Jan ‘n June wird der Sommer 2019 nicht nur ein farbliches Statement. Das Alleinstellungsmerkmal des jungen Hamburger Modelabels liegt in der Kombination eines nordisch-reduzierten Stils mit fair und ressourcenschonend produzierten Materialien zu bezahlbaren Preisen. 

Schluss mit Ökomode! „Wir sind an dem Punkt: Ich habe nachhaltige Ware und mein Stil ist…“, sagt Jula, 27. Vor vier Jahren hat sie sich mit ihrer damaligen Kommilitonin Anna aus dem Studium heraus mit Jan ‘n June selbstständig gemacht. Heute beliefern die Gründerinnen national und international über 70 Geschäfte, vor allem inhabergeführte Boutiquen und Konzeptstores. „Hürden gibt es jede Menge. Aber wir haben den Schritt nie bereut“, sagt Jula. Sie sitzt mit einem frisch gebrühten Filterkaffee in ihrem neuen Büro in der Hamburger Speicherstadt. Der Umzug ist erst ein paar Wochen her. 

Das Potential recycelter Materialien

Die letzten fünf Jahre ist Jan ‘n June in Annas Elternhaus in Wellingsbüttel gewachsen. Mit mittlerweile vier Mitarbeiterinnen, zunehmenden Liefermengen und neuen Kollektionen – in diesem Winter kommt erstmals eine Herrenkollektion hinzu - wurde es schlicht und einfach zu eng. Da kam die Ausschreibung der Hamburg Kreativ Gesellschaft von günstigen Arbeitsflächen für kreative Projekte im frisch sanierten M28 Speicher wie gerufen. Anna und Jula bewarben sich und wurden unter zahlreichen Kandidat/innen als eine von insgesamt sechs Mietparteien ausgewählt. 

Momentan dient das neue Büro auf dem sechsten Boden auch als Lager für die Ware. „Noch vor wenigen Tagen war hier pures Chaos“, sagt Jula lachend. Kaum sind die letzten Teile aus der Winterkollektion verschickt, reihen sich schon die Prototypen aus der Sommerkollektion 2019 an einer Kleiderstange. Ein Maxikleid mit Limonenprint, das Jula einer Schneiderpuppe übergestülpt hat, wippt in der kühlen Herbstluft, die durch die weit aufgerissene Ladeluke in den Speicher strömt. Ultraleicht ist das Material. Es ist vollständig recyceltes Polyester. 

„Kunden sind oft skeptisch, befürchten unangenehme Gerüche. Dabei kommt hochwertige Kunstfaser bei Sportmarken standardmäßig zum Einsatz“, sagt Jula. Auch Bio-Baumwolle und -Leinen verwenden die Designerinnen, aber die Produktion zehre eben auch an den Ressourcen Platz und Wasser. 

Ein mutiger Schritt

Ihre zertifizierten oder recycelten Stoffe beziehen Jula und Anna von verschiedenen Lieferanten aus Europa. Genäht wird unter fairen Arbeitsbedingungen in einem kleinen Familienbetrieb im polnischen Breslau. In diesem Jahr ist ein weiterer Produktionsstandort, eine zertifizierte Fabrik in Portugal, hinzugekommen. 

Praktika an Produktionsstandorten in Südostasien und ein engagierter Dozent an der AMD Akademie für Mode und Design, mit hoher Fachkompetenz im Bereich recycelbarer Materialien, hatten die beiden zum Schritt in die Selbstständigkeit ermutigt. „Wir sind mit einem kleinen Privatkredit gestartet. Über eine Crowdfunding-Kampagne haben wir dann noch etwas mehr als 10.000 Euro gesammelt“, berichtet Jula. Das sei in verschiedener Hinsicht eine gute Entscheidung gewesen: „Die Rückmeldung auf unsere Geschäftsidee war damals Gold wert. Einige der frühen Geldgeber/innen zählen bis heute zu unseren treusten Kund/innen.“ Das erfolgreiche Crowdfunding machten die beiden Gründerinnen über "Nordstarter", der regionalen Crowdfunding-Seite der Kreativ Gesellschaft bei startnext.com.

Die Frage der Verfügbarkeit

Nach Jahren des Aufbaus und finanzieller Durststrecken schreiben Jula und Anna heute schwarze Zahlen. Einen Großinvestor haben sie nicht an Bord. „Manchmal liebäugeln wir mit der Idee. Vieles ginge dann schneller und einfacher. Aber wir würden ein Stück unserer Freiheit verlieren.“ Nach und nach wollen sie ihr Ladennetzwerk erweitern, möglicherweise irgendwann auch eigene Läden eröffnen. 

Vor der Kreation einer neuen Kollektion steht bei Jan ‘n June immer die Frage nach den verfügbaren recycelten oder zertifizierten Stoffen. Auf den großen Textilmessen sei mal mehr und mal weniger Fortschritt zu erkennen. Gerade erst habe einer ihrer großen Lieferanten entschieden, recyceltes Polyester wieder aus dem Sortiment nehmen. „Das schränkt uns natürlich ein“, sagt Jula. Dem kreativen Prozess und der klaren Linie ihrer Mode scheint das­­­­­­ nicht zu schaden - ganz im Gegenteil, wie ein Blick in die schillernden Teile der Sommerkollektion offenbart. 

Im Mode- und Design-Management Studium an der AMD (Akademie für Mode und Design) haben Anna (28) und Jula (27) ihre unternehmerischen Kompetenzen, aber auch Kenntnisse in der Anwendung von Designprogrammen wie Photoshop oder InDesign entwickelt. Bei Jan ‘n June steuert Jula vor allem das Marketing , PR und die Produktion. Nach einem Umzug arbeitet Anna die Hälfte des Jahres in Dubai. Sie kümmert sich um die Bereiche Finanzen, Planung und das Produktmanagement. Der Labelname Jan ‘n June steht übrigens für die Geburtsnamen der beiden Gründerinnen: Januar und Juni. Zum Label

Über den Kreativspeicher M28

Arbeitsflächen dort, wo einst Kaffee, Kakao, Tabak oder Kautschuk lagerten: Im Kreativspeicher M28 - im Herzen der historischen Speicherstadt – vermieten wir auf sieben Böden und einer Gesamtfläche von 4.000 m² zu günstigen Konditionen neue Atelierflächen, Werkstätten und Ausstellungsräume. Eine Jury hat die neuen Mieter/innen im Rahmen eines Interessenbekundungsverfahrens ausgewählt. Nach Umbau und Sanierungsmaßnahmen durch die Eigentümerin, die Hamburger Hafen Logistik und Aktiengesellschaft (HHLA), kann der ehemalige Lagerspeicher ab Juni 2018 von seinen neuen kreativen Nutzer/innen bezogen werden.

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Beratung  
ORT Hamburg Kreativ Gesellschaft im Oberhafenquartier
Stockmeyerstr. 41-43, 20457 Hamburg
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