Dokumentation von Dark Matter vorgestellt

Dokumentation von Dark Matter vorgestellt

Was können Kunst und Wissenschaft voneinander lernen? Worin unterscheiden sich die beiden Disziplinen? Und wie begegnen Künstlerinnen und Künstler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern auf der Arbeitsebene? Antworten und Anregungen zu diesen spannenden Fragen konnte die Hamburg Kreativ Gesellschaft als Kooperationspartner des Projektes "Art meets Science":https://artmeetsscience.desy.de auf dem Forschungsgelände des Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) in Hamburg-Bahrenfeld sammeln. 15 Künstlerinnen und Künstler stellten dort vier Wochen im Oktober und November 2017 ihre Werke zum Thema „Dunkle Materie“ aus. Die Hamburg Kreativ Gesellschaft hat die Ausstellung mit einer filmischen Dokumentation begleitet.

ART MEETS SCIENCE Hamburg from Hamburg Kreativ Gesellschaft on Vimeo.

Die Aufgabe von DESY ist die naturwissenschaftliche Grundlagenforschung. Die Ausstellung war das Ergebnis eines intensiven Austauschs zwischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die sich mit Dunkler Materie beschäftigen, und Künstlerinnen und Künstlern, deren Arbeiten sich in verschiedenen Bereichen von Malerei, Grafik, Fotografie und Film, Skulptur, Installation, Intervention bis zu Sound und Multimedia bewegen. Die augenscheinlichsten Resultate der interdisziplinären Kooperation waren über Schächten schwebende Farbschüttungen, der Blick in die geheimnisvolle Dunkelheit, der mitten in einer Werkshalle möglich wurde, oder Teilchenkollisionen, die in einen Farbrausch mündeten. In Forschungs- und Testhallen untergebracht, in denen der Betrieb auch während der Ausstellung weiterlief, wurde die Kunst für einen Monat nicht nur Gast, sondern Teil der Forschung. Welcher Arbeitsprozess liegt hinter dieser außergewöhnlichen Kooperation? Wie sind die Beteiligten aufeinander zugegangen? Und was haben sie aus der Zusammenarbeit mit einer bislang weitestgehend fremden Disziplin gelernt? Mit diesen und ähnlichen Fragen beschäftigt sich die Hamburg Kreativ Gesellschaft seit 2016 im Rahmen ihres Arbeitsschwerpunktes „Branchenübergreifende Zusammenarbeit mit der Kreativwirtschaft“. Schon während der Ausstellung war die städtische Fördereinrichtung in das Projekt involviert: Vor den öffentlichen Führungen wurden Diskussionsrunden mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie Künstlerinnen und Künstlern moderiert, um die unterschiedlichen Perspektiven und Arbeitsweisen sowie Schnittstellen zwischen den beiden Arbeitsgruppen herauszustellen. Das Projekt war der Auftakt zu einer längerfristigen Zusammenarbeit mit DESY, bei der es um die Vernetzung und das voneinander Lernen zwischen Wissenschaft und Kreativwirtschaft geht. Das Thema der Ausstellung, die Dunkle Materie, ist eines der großen Forschungsthemen in der Teilchenphysik. Bisher ist es noch nicht gelungen, sie experimentell nachzuweisen, aber Beobachtungen und Berechnungen zum Beispiel der Rotationsgeschwindigkeit von Galaxien oder Gravitationseffekten im All zeigen, dass es sie geben muss. Demnach macht Dunkle Materie ungefähr 85 Prozent der Materie unseres ganzen Universums aus. Physiker vermuten, dass Dunkle Materie aus bisher unentdeckten Elementarteilchen bestehen könnte. Die Suche nach solchen Teilchen läuft sowohl in großen Experimenten an riesigen Teilchenbeschleunigern wie dem Large Hadron Collider am CERN in Genf, an denen DESY sich beteiligt, als auch in Spezialdetektoren in ehemaligen Minen oder speziellen Experimenten in kleineren Laboren. Die Entdeckung von Dunkler Materie wäre eine wissenschaftliche Sensation. Die Geheimnisse um die Dunkle Materie ebenso wie die Techniken und die Leidenschaft, mit der Wissenschaftler nach ihr suchen, hat die Künstlerinnen und Künstler des „Dark Matter“-Projekts zu ihren Werken inspiriert. Angestoßen wurde die Ausstellung von Tanja Hehmann (bildende Künstlerin, Hamburg) und Prof. Dr. Christian Schwanenberger (Leitender Wissenschaftler, DESY). Die teilnehmenden Künstler waren Baldur Burwitz, Interventionen, Hamburg; Marc Einsiedel und Felix Jung, we are visual, Installation, Hamburg; Daniel Engelberg, Malerei, Objekte und Installation, München; Marcel Große, Installation, Hamburg; Tanja Hehmann, Malerei, Hamburg; Jan Köchermann, begehbare Skulpturen, Hamburg; Pat Kramer, Lichtobjekte, Forbach/ Schwarzwald; Julia Münstermann, Malerei, Berlin; Sybille Neumeyer, multimediale Installationen, Film, Berlin; Prof. Jan Peters, Fotografie und Film, Kassel und Berlin; Chris Pfeil, Tontechniker, Soundperformances, Köln; Swen-Erik Scheuerling, kinetische Objekte und Installation, Berlin; Jana Schumacher, Grafik, Installation, Hamburg und Wolfgang Zach, Computergrafiken, Bremen. Hinzu kam ein Kurzfilmprogramm der Kurzfilmagentur Hamburg.

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